Über kleine Schritte und große Pläne – ein Rück- und Ausblick auf Service Design Süd West

Die Geschichte von Service Design Süd West (SDSW) beginnt bereits vor acht Jahren. Bei einem Meetup der Freiburger User Experience Community lernten wir, Katrin Mathis und Benjamin Blankenburg, uns 2012 kennen. Hier in der Region ist die Community klein, der Austausch dafür umso wertvoller. Schnell haben wir gemerkt, dass wir mit unserer Begeisterung für Nachhaltigkeit, Sinnhaftigkeit und Menschenzentrierung ähnliche Werte teilen. Doch zunächst gingen wir unserer eigenen Wege.

Solo-Selbstständigkeit in Freiburg vs. Startup in Berlin

Als wir uns kennenlernten, stand Katrin gerade vor einem Wechsel von der Festanstallung in die Selbstständigkeit. Im Jahr vorher war sie bei einer Summer School am Copenhagen Institute of Interaction Design (CIID) erstmals auf Service Design aufmerksam geworden. Sie erkannte darin ihre eigene Denk- und Arbeitsweise wieder. In den zweieinhalb Jahren zuvor hatte sie die Beratung und Konzeption einer internationalen Kommunikationsagentur in Freiburg aufgebaut und dabei viele der Grundsätze von Service Design schon intuitiv angewandt. Service Design als formale Disziplin erweiterte ihren Horizont um weitere Methoden und den Austausch mit ähnlich denkenden Menschen, die ihre Arbeit perfekt ergänzten.

Darin sah sie ein so hohes Potenzial, dass sie den Schritt in die Selbstständigkeit wagte, nachdem der Versuch gescheitert war, Service Design im Rahmen einer Neuausrichtung in die Agentur einzubringen. Berufsbegleitend absolvierte sie einen MBA in Service Innovation & Design und reiste dafür extra einmal pro Monat für drei Tage nach Finnland, die Vorreiter im Service Design sind. Als eine der allerersten Service Designer in der weiteren Region leistete sie in den letzten Jahren viel Pionierarbeit. Mit ehrenamtlich organisierten Veranstaltungen, wie beispielsweise einem Service Design Jam in Freiburg, dem Startup Weekend Basel und zahlreichen Vorträgen schärfte sie das Bewusstsein für Service Design in der Region und weit darüber hinaus.

Benjamin lernte in seinem Design-Studium bis 2007 zwar hervorragend, Marken zu positionieren, attraktive Webportale zu gestalten und Geschichten in Foto und Film zu erzählen. Seit Anbeginn war er aber auf der Suche nach einem ganzheitlichen Design-Ansatz, der die Bedürfnisse und Probleme von Nutzern in den Mittelpunkt stellt und dann unter Berücksichtigung der Unternehmenskultur attraktive Lösungen bereitstellt. Design also nicht nur als ästhetisches Sahnehäubchen und Dekoration, sondern auch als Prozess, Strategie und Haltung.

Auf seiner Suche machte er vielfältige Erfahrungen in kleinen und großen Unternehmen sowie auf Agenturseite und kennt daher „beide Seiten der Theke“. Seine prägendsten Erfahrungen stammen zum einen aus seiner Zeit bei Haufe-Lexware: Dort war er 2010 bis 2014 als Design Manager und Konzepter an vorderster Front mit dabei, den marktführenden Mittelständler bei seiner Umstellung vom traditionsreichen Verlag zum digitalen 360°-Lösungsanbieter zu begleiten. In diesem Rahmen kam Design Thinking – das mittlerweile bekannte Methodenset, strukturierter Prozess, vor allem aber Haltung für menschenzentrierte Innovation – auf Projektebene zum Einsatz.

Noch mehr Selbstwirksamkeit und höheren Sinn versprach 2014 aber eine Einladung nach Berlin: Das Social Business und damalige Startup Mobisol bietet in Ländern des globalen Südens Solarenergie zur ländlichen Elektrifizierung an. In der Skalierungsphase suchte das Team Unterstützung beim Markenaufbau in Ostafrika und bei der Verbesserung der Nutzerzentrierung in der gesamten Wertschöpfungskette. Als Gründerin mit an Bord: Klara Lindner, eine exzellente und ausgezeichnete Service Designerin. Eine bessere Gelegenheit, in einem höchst motivierten internationalen Team sinnhaft zu arbeiten und Service Design on the job zu vertiefen konnte er sich nicht vorstellen. So folgten Benjamins bisher schönste, anstrengendste und erfahrungsreichste drei Berufsjahre im Dreieck Freiburg – Berlin – Ostafrika. Die Arbeit im und am Unternehmen und die lebendigen Erfahrungen mit allen Themenbereichen einer so herausfordernden Gründung ermutigten ihn, Ende 2017 neben der Gründung einer Familie auch den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.

Aus zwei UX-Konzeptern wird ein Service Design Team

Ganz aus den Augen verloren haben wir uns in all den Jahren nie. Unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt, beispielsweise bei Veranstaltungen in Freiburg oder der IA Konferenz für Informationsarchitektur 2014 in Berlin.

Katrin Mathis und Benjamin Blankenburg tauschten sich regelmäßig aus, z.B. bei der IA Konferenz in Berlin.
Gemeinsamer After-Conference Drink

Als Benjamin 2017 zurück nach Freiburg zog, setzten wir unseren Austausch bei einem Mittagessen fort. Und als die Fachgruppe Informatik des Kanton Basel-Landschaft kurze Zeit später einen 2-tägigen Design Thinking Workshop mit 13 Teilnehmenden mit Katrin als Moderatorin plante, war Benjamin mit seiner in Berlin gesammelten Service Design Erfahrung erste Wahl als Co-Moderator. Die Zusammenarbeit klappte auf Anhieb so gut, dass wir seitdem in unzähligen Projekten zusammengearbeitet haben, z.B. für die Stadt Freiburg, Teamviewer und den Paritätischen Landesverband Baden-Württemberg.

Ein starkes Team – für Sie und für uns

Die Vorteile unserer Zusammenarbeit liegen auf der Hand. Von unserem engen Austausch profitiert die Qualität unserer Arbeit enorm. (Und keine Sorge, unsere gegenseitige Vertraulichkeitserklärung gewährleistet, dass Ihre Informationen dabei auch vertraulich bleiben.)
Fast immer hat einer für den anderen einen wertvollen Impuls für einen Workshop oder ein Projekt und oft geht es schneller, wenn man Punkte, an denen man hängt, kurz zu zweit anschaut und bespricht. Nach jedem Projekt betrachten wir gemeinsam, was wir daraus gelernt haben und was wir beim nächsten Mal noch besser machen wollen. Das ist zwar zeitintensiv – aber die einzige Möglichkeit, nicht nur Erfahrungen zu machen, sondern daraus wirklich zu lernen.

Und da wir beide eher Teamplayer als Einzelkämpfer sind, macht uns die Arbeit im Team – ob persönlich oder Remote – einfach mehr Freude. Bei längeren Abwesenheiten, wie beispielweise Elternzeiten, konnten wir uns bereits erfolgreich gegenseitig vertreten. Und die in diesen Fällen entstehende Mehraufwände durch unsere interne Abstimmung nehmen wir auf unsere Kappe. So können ausserdem noch eine höhere Ausfallsicherheit für zugesagte Workshops garantieren.

Die Region Süd-West als Vorreiter für guten Service

Süd-West, das ist für uns vor allem Baden, die Pfalz und das Saarland, wo Katrin geboren und aufgewachsen ist. Und auch wenn Nord-West auf den ersten Blick gegensätzlich scheint, haben wir auch die benachbarte Schweiz im Blick. Wir sprechen zwar kein Schwyzerdütsch, verstehen es aber bestens. Beide haben wir langjährige Erfahrung mit Schweizer Kunden und pflegen enge Beziehungen zu Unternehmen und Institutionen vor allem in Basel.

Manchmal ärgern wir uns, wenn für Vorträge, Workshops und Projekte Experten aus Berlin, Düsseldorf oder anderen Regionen mit hippem Image eingeflogen werden, wenn es doch auch bei uns vor Ort Spezialisten dafür gibt. Mit Service Design Süd West wollen wir unsere Kräfte in der Region bündeln, um mit unseren Kompetenzen sichtbarer zu werden.

Für ein breiteres und tieferes Kompetenzspektrum arbeiten wir projektweise mit weiteren ausgewählten Partnern zusammen, um in eingespielten Teams auch größere Projekte stemmen zu können. Partner wird auf unserer Website nur, mit wem wir bereits erfolgreich zusammengearbeitet und Spannungen bewältigt haben.

Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielten, träumen wir von der Gründung einer Genossenschaft, in der ein größeres Team selbstorganisiert und eigenverantwortlich mit Offenheit, Mut und Konfliktreife auf gemeinwohlorientierte Ziele hinarbeitet. Aber mit der Erfahrung, wie viel Aufwand es bereits zu zweit ist, sich abzustimmen, Vertrauen zu gewinnen und uns einzugrooven, planen wir gewohnt agil in kleinen Schritten. Gerade formalisieren wir unsere Zusammenarbeit mit der Gründung einer GbR zu zweit. Seien Sie gespannt auf die weiteren Iterationsschleifen unseres lebenden Prototypen.

Unverändert ist bisher unsere Vision: Die Digitalisierung menschlich und enkeltauglich zu gestalten, unseren Riecher laufend zu schärfen für Projekte, in denen sich Mut, Respekt und Ideen treffen – und das alles angepasst auf die Bedürfnisse, die Zeit und das Budget eines jeden Kunden.

Haben Sie Lust bekommen, mit uns zu arbeiten? Dann melden Sie sich gerne bei uns.
Mit anderen Kunden Partnern haben wir bereits Lösungen zu folgenden Fragen gefunden:

  • Wie können wir unsere Leistungen aus Sicht unserer Nutzer optimieren und digitalisieren?
  • Wie können wir den erlebten Nutzen statt den Funktionen unserer Produkte betonen?
  • Wie können wir unser bisheriges Geschäft mit neuen Service-Angeboten kombinieren?
  • Wie können wir Nutzer- und Service-Orientierung stärker in unserer Organisationskultur verankern?
  • Wie machen wir unsere Produkte durch Service Design nachhaltiger?
  • Wie können wir mit Daten neue Geschäftsmodelle entwickeln?

Wobei können wir Sie unterstützen?

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